WebDAV – eine Alternative zur Dropbox?

Kaum jemand, der mehrere Computer nutzt oder eine schnelle und einfache Backuplösung für seine Daten braucht, kommt zur Zeit an Dropbox vorbei. Auch ich nutze es 🙂 Aber da man ja immer über andere, bessere Möglichkeiten nachdenkt und diverse Vorlesungen auch nicht spurlos an einem vorüber gehen, wollte ich testen, ob nicht vielleicht WebDAV hier eine Alternative darstellen kann. Platz auf dem Server war noch frei und so möchte ich euch im folgenden Beitrag an meinen Ergebnissen, Überlegungen und auch Problemen teilhaben lassen.

Da auf meinem Server ein Ubuntu werkelt, sollte als WebDAV-Server natürlich gleich der Apache in Version 2.2.x genutzt werden. Da der Indianer nicht von Haus aus die Erweiterung des HTTP beherrscht, darf er sich zuerst die nötigen Module aneignen. Das passiert mit


a2enmod dav

a2enmod dav_fs

Ab jetzt versteht der Apache, was wir von ihm wollen. Um das dann auch nach außen zu tragen, muss noch die Konfigurationsdatei bearbeitet werden. Da ich möchte, das auf die WebDAV-Ressourcen nur über HTTPS zugegriffen werden kann, ist /etc/apache2/sites-available/ssl hier die richtige Anlaufstelle. Dort fügt man einen Abschnitt der folgenden Art ein:


Alias /webdav "/var/dav"

DAV on
 Options +Indexes
 AuthType Basic
 AuthName "WebDAV Verzeichnis"
 AuthUserFile /pfad/zum/auth_file/.authfile
 Require valid-user
 SSLRequireSSL

Genutzt wird also die HTTP-Basic-Authentication und natürlich SSL. Durch die Option +Indexes ist es dann möglich auch im Browser durch die Dateien zu stöbern. Nach dieser Änderung ist der Indianer neu zu starten. Natürlich ist an dieser Stelle nicht zu vergessen, dass man dem Apache (user: www-data) auch noch Schreibrechte auf dem WebDAV-Ordner (eigentlich ja Collection 😉 einräumen muss, da ansonsten kein Upload möglich ist. Nun kann man mit dem Browser seiner Wahl zum ersten mal testen, ob man auch erfolgreich war. Da dies bei mir ohne Probleme funktionierte, probierte ich im zweiten Test aus, ob die Kommunikation auch mit einem WebDAV-Client aus dem Android-Market klappte. Auch hier alles problemlos. Doch wer jetzt das freudige Fazit erwartet, sollte lieber weiterlesen.

Um eine wirkliche Alternative zu Dropbox darstellen zu können, wollte ich die WebDAV-Ressource natürlich auch als Netzlaufwerk unter Windows 7 einbinden. Und hier gehen die Probleme auch schon los 😉 Ohne Vorarbeiten geht an dieser Stelle gar nichts, denn bevor man nicht das Serverzertifikat als „vertrauenswürdiges Zertifikat“ importiert hat, verweigert Windows hier die komplette Kommunikation. Nach dem Import kann die Ressource dann über Computer -> Netzlaufwerk verbinden hinzugefügt werden. Die automatische Anmeldung nach einem Neustart klappt jedoch trotz Speicherung der Anmeldedaten nicht. Hier hilft vielleicht das Hinzufügen des Laufwerks über ein batch-Skript. Hoch- & Herunterladen von Daten ist nun zwar möglich, aber über die Geschwindigkeit sollte sich jeder sein eigenes Bild machen 😉

Nun zum Fazit:

Der Datenaustausch zwischen Windows 7 und dem Apache funktioniert, aber für den täglichen Einsatz sollte man lieber zum Microsoft-IIS wechseln. Hier wurde mir von einer problemlosen Kommunikation berichtet. Tja, selbst wenn man die gleiche Sprache spricht, ist eine Kommunikation innerhalb der Familie eben doch einfacher 😉

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2 Comments

  1. WebDAV benutzte ich bisher nur für SVN-Server, aber seit neuestem Verwende ich es auch fürs Handy :). Für Android einfach mal DavDrive angucken, wenn du schon einmal auf der Dav-Schiene bist :).
    SSL kann es aber glaub ich nicht.

  2. danke für den Tipp, aber DavDrive ermöglicht ja genau den umgekehrten Weg, also das Handy als Server 🙂 ist für mich an der Stelle also nicht wirklich zu gebrauchen.

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